Uverschutzverband
UTB
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GESCHICHTE

 

„Die Schweizerseen, die Perlen in unseremLandschaftsbilde, sind in Gefahr.
… Aus all diesen Gründen verliert nach und nach die Oeffentlichkeit die Rechte auf den See, weil ihr der Strand nur noch zum kleinsten Teil zur Verfügung steht. Es ist deshalb eine soziale Pflicht für uns, hier Halt zu gebieten und zu retten, was noch zu retten ist. …“

„Den äussern Anlass zur Gründung des Uferschutzverbandes Thuner- und Brienzersee gab der Verkauf der Chartreuse-Besitzung an ein Konsortium von Güterspekulanten. … Sogleich erhob sich in temperamentvoller Weise in der Presse der Ruf nach einem Schutzverband für den Thuner- und Brienzersee. Die Anregung fiel auf fruchtbaren Boden. Am 16. September 1933 fand unter dem Vorsitz von Herrn Gemeindepräsident Freiburghaus, Hilterfingen, in Interlaken eine erste Versammlung statt, an welcher grundsätzlich die Gründung eines Uferschutzverbandes beschlossen wurde. …“


Aus dem Jahresbericht von 1934, Hans Spreng, erster Präsident des UTB.


Aufgaben
Die Aufgaben, denen sich der UTB seit seiner Gründung gewidmet hat, waren vielfältig und haben sich im Laufe der Geschichte verändert. Bis Mitte des 20. Jh. hat sich der UTB nebst landschaftspflegerischen und planerischen Aufgaben auch der Bekämpfung von Lärm, Luft- und Bodenverunreinigung eingesetzt. Dank neuen Rechtsgrundlagen konnte das Engagement in diesen Bereichen nach und nach reduziert werden. In seiner Anfangsphase hat der UTB sogar noch Baureglemente und Ortsplanungen für Gemeinden ausgearbeitet.

Der UTB war an der Schaffung von 13 Naturschutzgebieten wesentlich mitbeteiligt, teilweise durch Eigenerwerb von Grundstücken. Die Einrichtung von Ufer- und Wanderwegen sowie den Bau öffentlicher Anlagen förderte der UTB durch Mithilfe bei der Planung wie auch mit finanziellen Beiträgen. Auch die Erhaltung historischer Bauten waren dem UTB seit jeher ein wichtiges Anliegen.

Ein paar Highlights

1936 Erstellung der Bächimattpromenade (25 % der Kosten von Landerwerb und Bau)
1937-1939  Ausbau des Pilgerweges (Planung und finanzielle Mithilfe)
1943 Schaffung des Naturschutzgebietes Weissenau (49.7 ha)
1946 „Kehrrichttagung“ zur Organisation der Kehrrichtbeseitigung in den Ufergemeinden.
1958 Schloss Hünegg (Leistung von 50 % des Kostenanteils der Gemeinde Hilterfingen)
1968 Schaffung einer Stelle eines Beauftragten für Natur- und Landschaftsschutz beim Bau der N8 am linken Brienzerseeufer
1973 Forderungskatalog für Beschränkungsmassnahmen der Kleinschifffahrt auf den Seen
1978-1979  Öffentliche Anlage ehem. Schülerbad Interlaken (Planung und Bau)
1987 Schilfschutzkonzept Thuner- und Brienzersee
1933-2003 Begutachtung von über 10'000 Baugesuchen durch Bauberatung
2003 Neues Leitbild UTB, Reorganisation des Verbandes

 

Naturschutzgebiet Weissenau SEVA
Ebenfalls 1933 wurde die SEVA (Seeuferschutz, Verkehrswerbung und Arbeitsbeschaffung) gegründet. Der UTB hat sich als Gründungsmitglied dieser Lotteriegesellschaft Zugang zu wichtigen finanziellen Mitteln verschafft. Die SEVA wurde infolge Neustrukturierung des Lotteriewesens als Lotteriegesellschaft auf Ende 2002 aufgelöst; der Kanton Bern gehört neu zur Interkantonalen Landeslotterie. Im Sinne einer Übergangslösung erhielten die ehemaligen Genossenschafter der SEVA noch bis 2006 jährliche Beiträge im bisherigen Rahmen.

Neues Leitbild
2001 war auch für den UTB eine Neuorientierung angesagt. Der Verband wurde von einer Arbeitsgruppe zusammen mit einem beauftragten Büro analysiert. Projekte, Finanzen, Mitgliederentwicklung, Organisationsform, Umfeld etc. waren wichtige Themen. In verschiedenen Workshops konnte schliesslich 2002 ein neues Leitbild erarbeitet und sogleich Schritt für Schritt anhand von operativen Zielen umgesetzt werden. Neu seit April 2003 sind Organisationsform, Statuten und Pflichtenhefte.

Präsidenten des UTB

1933-1961 Hans Spreng, Sekundarlehrer 
1961-1973 Gottfried Beyeler, Schulinspektor
1974-2002 Oskar Reinhard, Kreisoberförster
seit 2003 Andreas Fuchs, Architekt

 
Mitgliederzahlen per Ende 2016
Gemeinden   20
Korporationen und Gesellschaften   75
Einzelmitglieder (Jahresbeitrag)    342
Einzelmitglieder (einmaliger Beitrag)   1
Total   457

Nebst den Jahrbüchern geben die Jubiläumsschriften von 1958, 1973 und 1983 einen vertieften Einblick in die vielfältige Geschichte des UTB.